04 April 2026, 12:33

NRW und Industrie besiegeln Pakt für Chemie- und Raffineriestandorte

Fetter weißer Text "net-zero emissions by 2050" auf einem soliden grünen Hintergrund.

Schwarz-Grün in NRW für Erleichterungen beim Emissionshandel - NRW und Industrie besiegeln Pakt für Chemie- und Raffineriestandorte

Nordrhein-Westfalen schließt neues Abkommen mit der Industrie, um Chemiebranche und Raffinerien zu entlasten

Nordrhein-Westfalen hat mit führenden Industrievertretern ein neues Abkommen unterzeichnet, um die Belastung für Chemie- und Raffinerieunternehmen zu verringern. Der "Chemie- und Raffineriepakt für NRW" kommt damit langjährigen Forderungen nach Unterstützung nach, da die Branche mit verschärften Klimavorgaben konfrontiert ist. Landesregierung, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände stehen geschlossen hinter dem Plan, der Arbeitsplätze in der Region sichern und gleichzeitig Umweltziele erreichen soll.

Im Mittelpunkt des Pakts stehen Anpassungen am EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS). Dieses System verpflichtet Unternehmen, für jede ausgestoßene Tonne CO₂ zu zahlen, und soll sie so zu einer Reduzierung ihrer Emissionen bewegen. Doch Mona Neubaur, Wirtschaftsministerin des Landes, warnt: Ohne stärkere Schutzmechanismen gegen billige, emissionsintensive Importe könnten heimische Betriebe ihre Produktion ins Ausland verlagern. Sie setzt sich daher für eine Verlängerung der kostenlosen Zuteilung von Emissionsrechten ein, um den Unternehmen mehr Zeit für die Umstellung zu geben.

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Das Abkommen sieht zudem günstigere Energiepreise, schnellere Genehmigungsverfahren für neue Projekte und einen Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur vor. Industrieverbände und die Gewerkschaft IGBCE unterstützen diese Maßnahmen gemeinsam mit der Landesregierung. Ihr Argument: Wettbewerbsfähige Preise und vereinfachte Regelungen würden helfen, Standorte zu erhalten – bei gleichzeitiger Senkung der Emissionen.

Kritiker werfen der Koalition jedoch vor, von ihren Klimazielen abzurücken. Die oppositionelle SPD spricht von einer "kompletten Kehrtwende" in der Emissionshandelspolitik. Bisher hat die EU-Kommission keine Anzeichen für eine Lockerung bei den kostenlosen CO₂-Zertifikaten erkennen lassen – auch nicht seit Unterzeichnung des Pakts.

Der Pakt skizziert einen klaren Fahrplan für die Chemie- und Raffineriebranche in Nordrhein-Westfalen: Die Unternehmen erhalten mehr Zeit, sich an die gelockerten ETS-Regeln anzupassen – vorausgesetzt, die EU stimmt zu. Nun bleibt abzuwarten, ob Brüssel die Vorschläge des Landes übernimmt oder an seiner bisherigen Klimapolitik festhält.

Quelle