22 March 2026, 10:33

Riesige Pipeline soll Rheinwasser in den Tagebau Hambach leiten – doch es gibt Zweifel

Alte Karte des Rheins in Deutschland, die Flüsse, Städte und Gewässer zeigt, mit Text oben und unten.

Riesige Pipeline soll Rheinwasser in den Tagebau Hambach leiten – doch es gibt Zweifel

Ein gewaltiges 45 Kilometer langes Rohrleitungssystem soll bald Rheinwasser in den Tagebau Hambach leiten. Ab 2030 wird die ehemalige Braunkohlegrube geflutet und innerhalb der nächsten vier Jahrzehnte in einen See verwandelt. Das Projekt weckt bei lokalen Verantwortlichen und Umweltschützern gleichermaßen Hoffnung wie Bedenken.

Die Pipeline, bestehend aus 10.000 Einzelrohren – einige mit einem Durchmesser von bis zu 2,2 Metern –, wird Rheinwasser in den Tagebau Hambach umleiten. Die Flutung soll 2030 beginnen, gefolgt von den Gruben Garzweiler (2036) und Inden (2030). Allerdings steht die endgültige Genehmigung für die Einleitung des Wassers in Hambach noch aus; die Bezirksregierung Arnsberg hat das Zulassungsverfahren erst in diesem Herbst eingeleitet.

Die Befüllung der Seen wird voraussichtlich 40 Jahre dauern, und selbst danach wird über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich Rheinwasser zugeführt werden müssen. RWE-Vorstandsmitglied Lars Kulik bezeichnet das Vorhaben als Zeichen von "Verlässlichkeit und Zukunftschancen" und verspricht neue Seen, geschützte Feuchtgebiete sowie wirtschaftliches Wachstum durch Tourismus und Arbeitsplätze. Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller erwartet, dass der künftige "Elsdorfer See" das Profil der Stadt stärken wird.

Doch Umweltschutzorganisationen wie der BUND und "Alle Dörfer bleiben" stellen den Plan infrage und verweisen auf Bedenken hinsichtlich der Wasserqualität und möglicher Verunreinigungen. Andreas Büttgen von der Initiative "Bürirer für Bürir" warnt, RWE könnte das Projekt bei auftretenden Schwierigkeiten aufgeben. Er fordert strengere Wasserüberwachung, bessere Reinigungsverfahren und mehr öffentliche Kontrolle. Gleichzeitig hat Microsofts neues Hyperscale-Rechenzentrum in der Region zusätzliche Sorgen über mögliche Wasserknappheit ausgelöst.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Bezirksregierung Arnsberg erteilte im Januar 2026 die Baugenehmigung, doch das Verfahren für die Einleitungsgenehmigung des Wassers beginnt erst im Herbst 2026. Zudem ist eine Abstimmung mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt über die Wasserentnahme erforderlich.

Der Bau der Pipeline markiert einen wichtigen Schritt bei der Umnutzung ehemaliger Kohlegruben in Seenlandschaften. Bei Erfolg könnte das Projekt die Region nachhaltig prägen – sowohl landschaftlich als auch wirtschaftlich. Doch die langfristigen Auswirkungen auf die Wasserressourcen und die ökologische Sicherheit bleiben ungewiss.

Quelle