Rockstar Games feuert 31 Gewerkschafter nach internen Discord-Chats
Eggert StriebitzRockstar Games feuert 31 Gewerkschafter nach internen Discord-Chats
Rockstar Games UK entlässt 31 Mitarbeiter nach internen Diskussionen in privatem Discord-Chat
Der britische Ableger von Rockstar Games hat 31 Beschäftigte entlassen, nachdem diese Berichten zufolge in einem privaten Discord-Kanal über ihren Arbeitgeber gesprochen hatten. Die Maßnahme sorgt für Aufsehen – besonders, weil sämtliche Betroffene Gewerkschaftsmitglieder waren. Das Unternehmen, das derzeit mit Hochdruck an dem mit Spannung erwarteten Grand Theft Auto VI arbeitet, sieht sich nun mit rechtlichen Prüfungen seiner Entscheidung konfrontiert.
Die Entlassungen erfolgten, nachdem der Mutterkonzern Take-Two Interactive den Mitarbeitern grobes Fehlverhalten vorwarf. Laut Unternehmensangaben seien in dem geschlossenen Chat vertrauliche Firmeninternas weitergegeben worden. Die Beschäftigten gehörten jedoch zu einer wachsenden Bewegung in der Spielebranche, die sich für bessere Mitbestimmungsrechte am Arbeitsplatz einsetzt.
Die Videospielindustrie stand traditionell Works Councils – Betriebsräten ähnlich strukturierten Gremien – skeptisch gegenüber. Doch der Trend kehrt sich langsam um: Allein in den vergangenen zwei Jahren haben sich in Deutschland vermehrt solche Vertretungen gebildet, angetrieben durch wachsende Jobunsicherheit nach der Pandemie. Petra Fröhlich, Chefredakteurin von GamesWirtschaft, betont, dass Arbeitnehmer zunehmend stärkere Schutzmechanismen einfordern.
Die Gewerkschaft Verdi fordert unterdessen Reformen in der Branche. Zu den zentralen Punkten zählen mehr Transparenz, strengere Regeln gegen ungerechtfertigte Kündigungen sowie klarere Vorschriften zu Überstunden und Karrierewegen. RechtsExperten halten eine Rücknahme der Entlassungen jedoch für unwahrscheinlich – für die Betroffenen bleiben damit kaum Handlungsoptionen.
Discord, eine beliebte Messaging-Plattform, entwickelt sich zunehmend zu einem riskanten Raum für arbeitsbezogene Gespräche. Wer den Dienst für private Diskussionen über den Job nutzt, muss mit Überwachung und Konsequenzen durch den Arbeitgeber rechnen.
Die Entlassungswelle unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Belegschaften und Unternehmensführungen in der Spieleindustrie. Angesichts der für Ende 2026 geplanten Veröffentlichung von Grand Theft Auto VI könnten Rockstars Schritte die Debatte über Arbeitsrechte in der Branche weiter anheizen. Ob die Kündigungen rechtlich Bestand haben, werden anstehende Verfahren klären. Doch der Fall lenkt bereits jetzt die Aufmerksamkeit auf den dringenden Bedarf nach stärkerem Arbeitnehmerschutz.






