Watzke bereut Tuchel-Entlassung: "Hätte ich die Folgen gekannt"
Hans-Joachim Watzke, langjähriger CEO von Borussia Dortmund, kandidiert nun für das Amt des Club-Präsidenten. Seine zwei Jahrzehnte an der Spitze haben die moderne Ära des Vereins geprägt. Doch der 64-Jährige blickt offen auf vergangene Fehler zurück – insbesondere auf die umstrittene Entlassung von Thomas Tuchel im Jahr 2017.
Die Entscheidung, Tuchel zu entlassen, fiel im Mai 2017, nur kurz nach dem Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus des BVB. Die Spieler waren tief erschüttert, doch der Verein bestritt bereits am nächsten Tag das Champions-League-Viertelfinale gegen AS Monaco – und verlor mit 2:3. Die Spannungen zwischen Watzke und Tuchel eskalierten, vor allem wegen der umstrittenen Entscheidung, so schnell wieder anzutreten.
Tuchel hatte in seinen zwei Jahren als Trainer beeindruckende Erfolge vorzuweisen: Unter seiner Führung belegte Dortmund in der Saison 2015/16 den zweiten Platz in der Bundesliga und gewann im folgenden Jahr den DFB-Pokal. Heute gibt Watzke zu, dass er Tuchel nicht entlassen hätte, wenn er die Folgen absehen hätte können. Die Trennung löste eine Phase der Instabilität aus – Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang verließ den Verein nach Disziplinproblemen unter dem Interimstrainer Peter Stöger.
Die nachfolgenden Trainer, darunter Peter Bosz und Lucien Favre, brachten wechselhafte Ergebnisse. Zwar qualifizierte sich der BVB regelmäßig für die Champions League, doch eine weitere Meisterschaft blieb aus. Die jüngeren Spielzeiten waren von weiteren Rückschlägen geprägt, was Watzkes Eingeständnis von Fehleinschätzungen zusätzlich Gewicht verleiht.
Watzkes Kandidatur für die Präsidentschaft folgt auf 20 Jahre als CEO – eine Zeit, die von Erfolgen, aber auch von Kontroversen geprägt war. Seine selbstkritische Reflexion über Tuchels Abgang unterstreicht die langfristigen Auswirkungen dieser Entscheidung. Der Verein steht nun vor einem neuen Kapitel, das unter Watzkes möglicher Führung geschrieben werden könnte.