Wie Engelskirchen seit 40 Jahren Kinderbriefe an das Christkind beantwortet
Paulina MangoldWie Engelskirchen seit 40 Jahren Kinderbriefe an das Christkind beantwortet
Seit vier Jahrzehnten schicken Kinder aus aller Welt Briefe an das Christkind nach Engelskirchen. Die kleine deutsche Stadt beherbergt die beliebteste Adresse des Landes für weihnachtliche Wunschzettel. Jedes Jahr treffen bis zu 150.000 Briefe ein – aus fernen Ländern wie Japan, Malaysia oder Australien.
Die Tradition vereint ehrenamtliche Helfer, die in zahlreichen Sprachen antworten – sogar in Blindenschrift. Jeden November richtet sich das Postamt in der Alten Baumwollspinnerei ein, bereit für den vorweihnachtlichen Ansturm.
Das Christkind-Postamt in Engelskirchen existiert seit 1984. Es ist das einzige seiner Art in Nordrhein-Westfalen und das meistbeschäftigte in ganz Deutschland. Die Briefe kommen aus Ländern wie China, Indien und vielen anderen, oft mit kleinen Geschenken im Umschlag – Gummibärchen, Kekse oder selbstgemalte Bilder.
Ende November verlagert sich der Betrieb in die Alte Baumwollspinnerei. Dort arbeiten 20 Freiwillige – liebevoll "himmlische Helfer" genannt – daran, jeden Brief bis Heiligabend zu beantworten. Birgit Müller, die seit 35 Jahren dabei ist, gehört zu denen, die dafür sorgen, dass kein Kinderwunsch unbeachtet bleibt. Die Antworten gehen in Sprachen von Hindi bis Deutsch an Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen.
Im Laufe der Jahre hat das Postamt Millionen von Briefen bearbeitet. Jeder wird geöffnet, aufmerksam gelesen und mit Sorgfalt beantwortet. Die Helfer arbeiten lange Stunden, doch die Freude, Kinder weltweit zu erreichen, lässt sie Jahr für Jahr zurückkehren.
Auch in diesem Weihnachten führt das Engelskirchener Postamt die Tradition fort. Tausende Briefe werden beantwortet, Millionen Wünsche finden Gehör. Für Kinder auf der ganzen Welt bleibt eine Antwort vom Christkind ein kleines, aber kostbares Stück der Weihnachtszeit.






