Wie lokale Redaktionen mit neuer Wahlberichterstattung Communities stärken
Evelin KostolzinWie lokale Redaktionen mit neuer Wahlberichterstattung Communities stärken
Ein neuer Ansatz in der Wahlberichterstattung hilft lokalen Redaktionen, sich enger mit ihren Communities zu vernetzen. Das deutsche Recherchelabor CORRECTIV.StartHub hat diese Methode kürzlich bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen und im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 erprobt. Das Projekt "Eure Stimme. Eure Themen" vereinte 42 unabhängige Redaktionen, die gemeinsam eine Berichterstattung entwickeln wollten, die stärker am Alltag der Wählerinnen und Wähler orientiert ist.
Inspiriert wurde das Vorhaben vom "Citizen's Agenda"-Modell aus den USA, das sich auf die Themen konzentriert, die der Bevölkerung besonders am Herzen liegen. CORRECTIV.StartHub arbeitete mit sechs lokalen Redaktionen zusammen, um einen praxisnahen Leitfaden für eine gemeindeorientierte Wahlberichterstattung zu erarbeiten. Dieses Handbuch enthält konkrete Tipps – von der Gewinnung von Zusagen über die Festlegung klarer Ziele bis hin zur Einbindung der Leserschaft vor, während und nach der Wahl.
Darüber hinaus zeigt der Leitfaden, wie man die Berichterstattung am Wahltag gestaltet und deren Wirkung evaluiert. Mit Vorlagen und Beispielen aus der Praxis unterstützt er Redaktionen bei der Umsetzung des Ansatzes. Workshops zu Community-Journalismus und Werkzeuge für partizipative Projekte ergänzten das Angebot, um die Initiative zu stärken.
Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass Redaktionen mit dieser Methode eine präzisere Ausrichtung auf zentrale Themen erreichen. Sie produzieren bessere Geschichten, steigern die Leserbindung und schaffen mehr Vertrauen in ihre Arbeit. Gleichzeitig fließen vielfältigere Perspektiven ein, sodass die Wahlberichterstattung die Lebensrealität der Menschen besser widerspiegelt.
Der "Eure Stimme. Eure Themen"-Leitfaden steht nun auch anderen Redaktionen zur Verfügung. Er bietet eine strukturierte Anleitung, um Communities von der Planung bis zur Nachbereitung in die Wahlberichterstattung einzubinden. Der Erfolg des Projekts in Nordrhein-Westfalen lässt vermuten, dass dieser Ansatz die Art und Weise, wie lokaler Journalismus künftig mit Wählerinnen und Wählern interagiert, nachhaltig verändern könnte.






