22 March 2026, 08:33

Willich streicht zwei Kita-Neubauten – Eltern protestieren gegen fehlende Betreuungsplätze

Eine Gruppe von Kindern hält Schilder und steht vor einem Gebäude, während eine Frau einen Kinderwagen mit einem Baby schiebt; auf einem Schild steht 'Wir kommen in Frieden, gebt uns unseren Daddy.'

Willich streicht zwei Kita-Neubauten – Eltern protestieren gegen fehlende Betreuungsplätze

Willich stoppt zwei geplante Kita-Neubauten wegen sinkender Nachfrage und knapper Haushalte

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Aufgrund rückläufiger Anmeldezahlen und angespannter Haushaltslagen hat die Stadt Willich zwei geplante Kita-Neubauten gestrichen. Seit 2021 ist die Zahl der angemeldeten Kinder um 15 Prozent gesunken – von 2.450 auf 2.080. Eltern und lokale Initiativen fordern nun alternative Lösungen, um die Kinderbetreuung vor Ort zu sichern.

Als Gründe für den Rückgang nennen Stadtvertreter mehrere Faktoren: sinkende Geburtenraten, mehr Familien, die nach der Pandemie im Homeoffice arbeiten, sowie den Trend zu informeller Betreuung durch registrierte Tageseltern. Die Folgen sind die Absage der beiden Kita-Projekte; einzig der intergenerationelle Neubau im Reinershof wird noch umgesetzt.

Das Reinershof-Projekt soll die verlegte Kita Alperof aufnehmen, doch die Finanzierung wirft Fragen auf. Ein externer Investor ist beteiligt, während unklar bleibt, in welcher Höhe die Stadt sich engagiert. Unterdessen haben Eltern und der Förderverein der Kita Alperof Initiative ergriffen: Am 6. März schickten sie einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch – vergeblich.

Enttäuscht von der ausbleibenden Reaktion, folgte ein zweites Schreiben, in dem die städtischen Angaben zu längeren Betreuungswegen infrage gestellt werden. Zudem startete die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege", die für mehr Kita-Plätze im Stadtteil wirbt. Ziel ist es, Stress durch weite Anfahrtswege zu verringern, die Zuverlässigkeit zu erhöhen und Familien mehr gemeinsame Zeit zu ermöglichen. Gleichzeitig betont die Initiative das Recht aller Kinder auf frühkindliche Bildung.

Um eine gemeinsame Lösung zu finden, hat die Elternvertretung Bürgermeister Pakusch zu einem öffentlichen Gespräch eingeladen. Man hofft auf nachhaltige Konzepte, die den Bedürfnissen der Willicher Familien gerecht werden.

Mit den beiden gestrichenen Kita-Projekten bleibt der Reinershof-Neubau der einzige kommunale Bau in Willich. Die Stadt steht nun unter Druck, Fragen zur Finanzierung, Erreichbarkeit und der wachsenden Nachfrage nach wohnortnaher Betreuung zu klären. Eltern und lokale Gruppen suchen weiterhin das Gespräch mit der Verwaltung, um die künftige Kinderbetreuung mitzugestalten.

Quelle