Deutsche in Düsseldorf wegen mutmaßlicher IS-Unterstützung angeklagt
Paulina MangoldAufrufe für inhaftierte IS-Mitglieder: Deutscher Sympathisant angeklagt - Deutsche in Düsseldorf wegen mutmaßlicher IS-Unterstützung angeklagt
Eine Deutsche ist wegen der Unterstützung der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) angeklagt worden, indem sie eine Hilfsinitiative für inhaftierte IS-Mitglieder organisiert haben soll. Die deutsche Staatsbürgerin Nadine D. soll zwischen 2019 und ihrer Festnahme im September 2025 Gelder und Botschaften für inhaftierte IS-Anhänger gesammelt haben. Sie befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft und wartet auf ihren Prozess.
Die Bundesanwaltschaft erhob am 10. Februar 2026 offiziell Anklage gegen Nadine D. und wirft ihr vor, eine ausländische terroristische Vereinigung unterstützt zu haben. Die Vorwürfe beziehen sich auf ihre Rolle bei der Organisation finanzieller und emotionaler Hilfe für inhaftierte IS-Mitglieder.
Laut Ermittlern sammelte die Initiative fast 15.000 Euro an Spenden. Die Gelder wurden an Inhaftierte oder deren Familien weitergeleitet. Nadine D. rief zudem Unterstützer dazu auf, Briefe und Fotos mit Solidaritätsbekundungen an gefangene IS-Kämpfer zu schicken.
Nun muss das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird. Der Fall ist einer von mehreren jüngeren Verfahren in Deutschland im Zusammenhang mit IS-Unterstützung, auch wenn die genauen Zahlen zu entsprechenden Festnahmen unklar bleiben. Rund 1.150 Deutsche sollen in den vergangenen Jahren ins Ausland gereist sein, um sich islamistischen Gruppen anzuschließen.
Nadine D. war am 3. September 2025 in Düsseldorf festgenommen worden und sitzt seitdem in Haft. Falls das Gericht die Anklage annimmt, wird der Prozess unter terrorismusbezogenen Vorwürfen geführt. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen der deutschen Behörden, Netzwerke zu zerschlagen, die extremistische Organisationen unterstützen.






