Durchbruch in der Früherkennung: Neue VOC-Methode stoppt Kartoffelkrebs vor dem Ausbruch
Evelin KostolzinDurchbruch in der Früherkennung: Neue VOC-Methode stoppt Kartoffelkrebs vor dem Ausbruch
Neue Methode zur Früherkennung von Kartoffelkrebs zeigt vielversprechende Ergebnisse
Ein neues Verfahren zur frühen Erkennung von Kartoffelkrebs hat in Labor- und Gewächshausversuchen überzeugt. Forscher entwickelten die Technik unter Nutzung flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs), um Infektionen nachzuweisen, noch bevor sichtbare Symptome auftreten. Die durch den Pilz Synchytrium endobioticum verursachte Krankheit stellt eine erhebliche Bedrohung für den Kartoffelanbau in ganz Europa dar.
Das von Wissenschaftlern der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg geleitete Projekt könnte die Art und Weise revolutionieren, wie Landwirte und Behörden mit Ausbrüchen umgehen. Derzeit laufen Freilandversuche in den Niederlanden, Deutschland und Großbritannien, um die Praxistauglichkeit des Verfahrens zu überprüfen.
Kartoffelkrebs führt zu blumenkohlartigen Wucherungen an den Knollen und macht sie unverkäuflich. Der Pilz bildet Sporen, die extreme Hitze, Frost und chemische Behandlungen überstehen und mehr als 40 Jahre im Boden überdauern. Sobald die Krankheit nachgewiesen wird, gelten für betroffene Felder jahrzehntelange Anbauverbote, die für Erzeuger erhebliche wirtschaftliche Verluste bedeuten.
Die Forscher analysierten die von gesunden und infizierten Kartoffelknollen abgegebenen VOCs und nutzten KI, um chemische Marker der Krankheit zu identifizieren. Langfristig könnte diese Methode zu einem tragbaren Schnelltest führen, der direkt auf dem Feld eingesetzt wird und schnellere Maßnahmen zur Eindämmung von Ausbrüchen ermöglicht. Bei erfolgreicher Validierung ließe sich das Verfahren möglicherweise auch auf andere Pflanzenschaderreger übertragen, etwa solche, die Mais oder Bohnen befallen.
Seit 2026 finden Tests unter kontrollierten Bedingungen statt; erste Feldpilotprojekte werden nun in wichtigen Kartoffelanbaugebieten ausgeweitet. Die Universität Wageningen und weitere Einrichtungen prüfen, wie sich das System in integrierte Schädlingsbekämpfungsstrategien (IPM) einbinden lässt. Eine flächendeckende Einführung steht jedoch noch aus, da vor einer behördlichen Zulassung weitere Erprobungen notwendig sind.
Die auf VOCs basierende Nachweismethode könnte einen Durchbruch im Management von Kartoffelkrebs bedeuten. Bei Erfolg ließe sich der wirtschaftliche Schaden für Landwirte durch frühere Gegenmaßnahmen verringern. Behörden und Agrarexperten verfolgen die Entwicklung aufmerksam, um das Verfahren künftig in Pflanzenschutzprogramme zu integrieren.






