Verband kritisiert Stillstand bei Wasserkraftausbau in NRW - Wasserkraft in NRW stagniert – nur ein neues Rad in fünf Jahren
Nordrhein-Westfalen: Kaum Fortschritte beim Ausbau der Wasserkraft
In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist der Ausbau der Wasserkraft in den vergangenen zwei Jahren nahezu zum Erliegen gekommen. Trotz geeigneter Standorte an Flüssen wie Lippe, Rur und Werre wurde 2025 lediglich ein kleines Wasserrad installiert. Fachleute warnen, dass diese Stagnation den Klimaschutzzielen und der Energiewende der Region zuwiderläuft.
Im Jahr 2025 ging in NRW nur ein einziges neues Wasserkraftprojekt ans Netz – ein 26-Kilowatt-Wasserrad in Düren. Weitere konventionelle Anlagen wurden nicht gebaut, sodass die Gesamtzahl der Anlagen bei 517 blieb. Die Gesamtleistung stieg lediglich minimal von 190 Megawatt im Jahr 2020 auf knapp 191 Megawatt Ende 2025.
Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) verweist auf anhaltende Hindernisse für Projektentwickler. Lange Genehmigungsverfahren und Widerstand von Naturschutzverbänden blockieren neue Vorhaben. Selbst der Entwurf der Landeswasserstrategie, die Hindernisse wie Wehre abbauen soll, könnte unbeabsichtigt das Potenzial der Wasserkraft einschränken.
LEE-NRW-Vorsitzender Hans-Josef Vogel kritisiert, dass die fehlende Expansion die Energiewende in NRW untergräbt. Da bundesweit keine klaren Daten zum Zubau kleiner Wasserkraftanlagen vorliegen, fällt die Untätigkeit der Region besonders auf. Zum Vergleich: Allein das Kohlekraftwerk Datteln 4 erzeugt rund 1.100 Megawatt – und übertrifft damit die gesamte Wasserkraftleistung NRWs bei Weitem.
Die Wasserkraft in NRW bleibt damit fast auf dem Stand von 2020. Die einzige Neuanlage 2025 steht in krassem Gegensatz zu den ehrgeizigen Zielen der Region im Bereich erneuerbarer Energien. Ohne politische Kurskorrekturen, so die Einschätzung von Experten, werde sich an dieser Entwicklung so schnell nichts ändern.






