03 March 2026, 05:22

NATO-Übung Steadfast Dart 26 simuliert russischen Angriff auf Baltikum

Eine Gruppe von Soldaten in Helmen und mit Gewehren marschiert über ein grasbewachsenes Feld neben einem gepanzerten Personentransporter, mit Bäumen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund; Text ist unten im Bild sichtbar.

NATO-Übung Steadfast Dart 26 simuliert russischen Angriff auf Baltikum

Eisige Kälte über Europa – nicht nur wetterbedingt, sondern auch geopolitisch

Dieser Januar hat Europa fest im Griff – und das nicht nur wegen des Frostwetters, sondern auch wegen der angespannten geopolitischen Lage. Während die Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Krieges in der Ukraine schwinden, hat die NATO eine ihrer größten Übungen der letzten Jahre gestartet: Steadfast Dart 26. Damit wird die Einsatzbereitschaft für einen möglichen russischen Angriff auf die baltischen Staaten getestet.

An der Operation beteiligen sich 10.000 Soldaten, 1.500 Fahrzeuge und 17 Schiffe aus 13 Nationen. Deutschland fungiert als Gastgeberland und zentraler Logistikstandort, von dem aus Kräfte in den Atlantik, die Nordsee und die Ostseeregion verlegt werden.

Die Manöver finden unter fast kampfähnlichen Bedingungen statt, wie die Bundeswehr betont – doch es handele sich rein um eine Übung. Das Szenario geht von einem russischen Angriff auf NATO-Gebiet aus, der Artikel 5 auslösen würde – den Bündnisfall zur kollektiven Verteidigung.

Militärkonvois bewegen sich derzeit durch Ostniedersachsen und den Landkreis Heidekreis, wo transatlantische Häfen mit der östlichen NATO-Flanke verknüpft werden. Waffen, Ausrüstung und Truppen werden über Autobahnen, Landstraßen, Seehäfen und Schienen transportiert. Das Panzergrenadierausbildungsbataillon 92 in Munster hat für die Dauer der Operation die regionale Führung übernommen.

Die Türkei stellt bedeutende Marineeinheiten bereit, darunter das amphibische Angriffsschiff TCG Anadolu (LHD) und drei weitere Schiffe. Parallel dazu wird die Übung Quadriga, die von Februar bis März stattfindet, den Umfang noch erweitern – mit großen Verlegungen in Deutschland, Litauen und auf See.

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Oberst Jörg Tölke, ein führender Bedrohungsanalyst in Munster, hat Erwartungen an einen baldigen Frieden in der Ukraine zurückgewiesen. Seine Einschätzung deckt sich mit der Mehrheitsmeinung unter Militärführern: Der Konflikt zeigt keine Anzeichen einer Lösung.

Die Übungen werden bis ins erste Quartal 2026 andauern und die Fähigkeit der NATO testen, auf eine große Krise schnell zu reagieren. Mit der Beteiligung von 13 Nationen unterstreicht die Operation den Fokus des Bündnisses auf Abschreckung und Einsatzbereitschaft. Die Verlegung von Truppen und Material durch Deutschland zählt zu den größten logistischen Unternehmungen der letzten Jahre.