18 February 2026, 21:09

Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Zwischen Applaus und transatlantischen Spannungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine Rede auf dem Bratislava-Gipfel, stehend an einem Pult mit zwei Mikrofonen, mit einem Banner und einer Flagge dahinter.

Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Zwischen Applaus und transatlantischen Spannungen

Münchner Sicherheitskonferenz 2026 endet mit intensiven Debatten und Spannungen

Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 ging am 15. Februar nach drei Tagen hitziger Diskussionen im Münchner Hotel Bayerischer Hof zu Ende. Führungspersönlichkeiten aus Europa und den USA debattierten über transatlantische Sicherheit, Handel und globale Lieferketten – doch scharfe Wortgefechte und heitere Momente prägten die Veranstaltung gleichermaßen. Zu den Höhepunkten zählten stehende Ovationen für den US-Außenminister Marco Rubio sowie eine hitzige Podiumsdiskussion zwischen der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas und dem US-Botschafter Mike Waltz.

Eröffnet wurde die Konferenz vom finnischen Präsidenten Alexander Stubb, der eine Verschiebung in der US-Außenpolitik konstatierte. Er betonte, die westliche Hemisphäre habe für die USA nun Vorrang vor Europa. Stubbs Buch Triangle of Power avancierte überraschend zum Bestseller im hauseigenen Buchladen der Konferenz.

Der US-Senator Lindsey Graham sorgte mit deutlichen Worten für Aufmerksamkeit, darunter ein scherzhafter Kommentar zur Zugehörigkeit Grönlands. Unterdessen relativierte NATO-Generalsekretär Mark Rutte seine frühere Bezeichnung Donald Trumps als "daddy" und führte dies auf seine nicht-muttersprachlichen Englischkenntnisse zurück.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Einer der angespanntesten Momente ereignete sich in einer Podiumsdiskussion, als die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mit dem US-Botschafter Mike Waltz aneinandergeriet. Kallas kritisierte Trumps geplanten "Friedensrat für Gaza" und forderte mehr europäischen Einfluss in globalen Krisen. Offensichtlich hinterfragte sie auch Waltz' Behauptung, Washington habe im Alleingang mehrere Kriege beendet.

Der polnische Außenminister Radosław Sikorski griff in einer anderen Sitzung ein, um den tschechischen Vize-Regierungschef Petr Macinka in Fragen der EU-Verfahren zu korrigieren. Die Abwesenheit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fiel auf, die stattdessen auf diplomatischer Afrikareise war.

Für eine lockere Note sorgte Konferenzleiter Wolfgang Ischinger, der während seiner Rede eine Sonnenbrille trug – eine stilistische Anleihe an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Den Abschluss bildete eine versöhnliche Rede des US-Außenministers Marco Rubio, der für seine Reflexionen über die gemeinsame transatlantische Geschichte stehende Ovationen erhielt.

Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 zeigte sowohl Zusammenarbeit als auch Reibungspunkte zwischen Europa und den USA. Debatten über Sicherheit und Handel wurden zeitweise von direkten Wortmeldungen und öffentlichen Meinungsverschiedenheiten überlagert. Die Veranstaltung unterstrich verschobene Prioritäten: Während Europa eine stärkere Rolle anstrebt, rückt die USA näher an die eigene Hemisphäre heran.