05 March 2026, 20:32

Solingen streitet um 25 Hektar: Wirtschaftswachstum oder Naturverlust?

Eine Gruppe von Menschen, die auf einer Straße protestieren und Plakate halten, mit Gebäuden, Bäumen, Laternenmasten und dem Himmel im Hintergrund.

Solingen streitet um 25 Hektar: Wirtschaftswachstum oder Naturverlust?

Die Stadtverwaltung von Solingen steht vor einer Abstimmung über einen grundlegenden Kurswechsel in der Flächenpolitik, der mehr Hektar für gewerbliche und industrielle Nutzung freigeben soll. Die geplante Kehrtwende bedeutet eine Abkehr von bisherigen Beschränkungen – die SPD, die den Vorstoß jahrelang abgelehnt hatte, unterstützt die Änderungen nun überraschend. Gleichzeitig formiert sich in Stöcken Widerstand gegen Pläne, ein zehn Hektar großes Feld in der Nähe von Wohngebieten umzuwidmen.

Im Mittelpunkt der geplanten Änderungen steht der Stadtteil Schrodtberg/Kohlfurt, wo ein 25 Hektar großes Areal bald als Gewerbegebiet ausgewiesen werden könnte. Bereits jetzt haben Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Automobilzulieferung und Fertigung Interesse signalisiert, darunter ein großes Logistikunternehmen und ein Hersteller von Autoteilen. Mit den Bauarbeiten könnte bereits 2026 begonnen werden.

Der Sinneswandel der SPD ist Teil eines neuen "Masterplans Arbeit und Wirtschaft", der Investitionen anziehen und lokalen Betrieben Wachstumschancen eröffnen soll. Erste Auswirkungen könnten sich in Stöcken zeigen: Auf einem Feld nahe des Wohnviertels von Karola Pasquay könnte sich ein umziehender Betrieb ansiedeln – und rund 50 Arbeitsplätze mitbringen.

Doch der Widerstand lässt nicht lange auf sich warten. Bündnis 90/Die Grünen starteten eine Online-Petition unter dem Titel "Stopp der Versiegelung von Solingens Böden", die innerhalb von nur sechs Tagen fast 1.900 Unterschriften sammelte. Anwohner befürchten, dass die Umwidmung Hektar und die Lebensqualität in der Region gefährdet.

Trotz der Proteste wird der Rat in der anstehenden Abstimmung entscheiden, ob die Hektar für die Bebauung freigegeben werden. Bei einer Zustimmung würde die neue Regelung sowohl Neuansiedlungen als auch Erweiterungen bestehender Unternehmen in Solingen ermöglichen.

Die Abstimmung wird darüber entscheiden, ob die 25 Hektar in Schrodtberg/Kohlfurt als Industriegebiet ausgewiesen werden – mit möglichen Arbeitsplatzgewinnen und wirtschaftlichem Aufschwung. Gleichzeitig zeigt der Widerstand von Anwohnern und Umweltschützern, wie groß die Sorge um den Verlust von Hektar ist. Das Ergebnis wird maßgeblich prägen, wie Solingen in den kommenden Jahren den Spagat zwischen Entwicklung und Erhalt meistern wird.

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