BaFin weitet Prüfung der Gerresheimer AG wegen Bilanzierungszweifel aus
Eggert StriebitzGerresheimer: Bafin kündigt weitere Bilanzprüfungen an - BaFin weitet Prüfung der Gerresheimer AG wegen Bilanzierungszweifel aus
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erweitert Prüfung von Gerresheimer AG
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat ihre Untersuchungen gegen den Pharmaverpacker Gerresheimer AG ausgeweitet. Die Behörde leitet nun eine zusätzliche Prüfung der Bilanzierungspraktiken des Unternehmens ein.
Der Schritt folgt auf frühere Kritik an der Handhabung sogenannter "Bill-and-Hold"-Verträge durch Gerresheimer. Nach Bekanntwerden der neuen Ermittlungen brachen die Aktienkurse des Unternehmens deutlich ein.
Erstmals hatte die BaFin Ende 2025 Bedenken gegenüber den Bilanzierungsmethoden von Gerresheimer geäußert. Damals hinterfragte die Behörde insbesondere die Behandlung von "Bill-and-Hold"-Vereinbarungen, bei denen Umsätze bereits verbucht werden, bevor die Waren tatsächlich ausgeliefert sind.
Nun weitet die Aufsichtsbehörde ihre Überprüfung aus und eröffnet ein neues Verfahren. Der Fokus der Untersuchung liegt auf dem Zeitraum zwischen dem 1. Dezember 2024 und dem 31. Mai 2025. Die Entscheidung fällt in eine Phase wachsender Zweifel an der Richtigkeit der Finanzberichte von Gerresheimer.
Anleger reagierten prompt auf die Nachricht. Am 23. Februar 2026 verlor die Aktie des Unternehmens 6,41 % und schloss bei 19,43 Euro. Innerhalb des vergangenen Jahres sind die Papiere um 74,71 % eingebrochen, allein seit Jahresbeginn 2026 verzeichneten sie ein Minus von 26,40 %. Der massive Verkaufsdruck spiegelt die Sorgen über den anhaltenden Regulierungsdruck wider.
Die ausgeweiteten Ermittlungen der BaFin verschärfen die Probleme für Gerresheimer. Das Unternehmen muss sich nun mit Fragen zu seiner Finanzberichterstattung für den genannten Zeitraum auseinandersetzen.
Der deutliche Kursverfall zeigt indes, wie stark der Markt die regulatorischen Risiken gewichtet. Weitere Erkenntnisse der BaFin könnten zusätzliche Konsequenzen für das Unternehmen nach sich ziehen.






