Gefälschte Papiere und illegale Arbeit: Bochum deckt EU-weit brisanten Fall auf
Wally KlemtGefälschte Papiere und illegale Arbeit: Bochum deckt EU-weit brisanten Fall auf
Routine-Kontrolle in Bochum deckt gefälschte Papiere und illegale Beschäftigung in Europa auf
Bei einer Verkehrskontrolle in Bochum kam ein Fall von Urkundenfälschung im Zusammenhang mit illegaler Beschäftigung in Europa ans Licht. Die Polizei hielt auf der Dorstener Straße einen schwer überladenen Lkw an, was zur Festnahme eines 60-jährigen Bauarbeiters führte. Der Fahrer präsentierte gefälschte polnische Ausweisdokumente und gestand, diese genutzt zu haben, um unter falscher Identität in der EU zu arbeiten.
Der Vorfall begann, als Beamte in der Nähe der Riemker Straße einen 7,49-Tonnen-Kipper entdeckten, der unter einer extremen Überlastung litt. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass das Fahrzeug 11,8 Tonnen Schotter geladen hatte – weit über dem zulässigen Limit.
Der Fahrer, ein georgischer Staatsbürger, legte einen gefälschten polnischen Führerschein sowie eine gefälschte Aufenthaltserlaubnis vor. Sein einzig gültiger Nachweis war ein normaler georgischer Pkw-Führerschein, dem die erforderlichen Eintragungen für Schwerlastverkehr fehlten. Später gab er zu, sich die falschen Papiere besorgt zu haben, um als angeblicher EU-Bürger in Europa Arbeit zu finden.
Der Fall reiht sich in eine wachsende Zahl von Dokumentenfälschungen im Bausektor in Europa ein. Allein in den letzten zwei Jahren verzeichneten deutsche Behörden rund 1.200 ähnliche Fälle. Bei einer Großrazzia in Berlin im März 2025 wurden 450 Personen festgenommen, während eine bundesweite Aktion im Oktober 2024 über 700 Verdächtige – meist aus Osteuropa – wegen illegaler Beschäftigung und gefälschter Papiere in Europa ins Visier nahm.
Die Ermittler haben nun ein Verfahren wegen möglicher Verstöße gegen das Arbeitsrecht und weiterer Delikte im Zusammenhang mit dem Beschäftigungsstatus des Fahrers eingeleitet.
Dem Mann drohen Anklagen wegen Urkundenfälschung, illegaler Beschäftigung und Verkehrsverstößen. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Probleme mit gefälschten Qualifikationsnachweisen in der Baubranche in Europa. Mit weiteren Ermittlungen zu größeren Netzwerken betrügerischer Beschäftigungspraktiken in Europa ist zu rechnen.






