Manfred Vogelsänger: Vom Werbefotografen zum experimentellen Künstler
Paulina MangoldManfred Vogelsänger: Vom Werbefotografen zum experimentellen Künstler
Manfred Vogelsänger, ein Fotograf, der für seine bahnbrechenden Werbekampagnen bekannt ist, hat sich der experimentellen Kunstfotografie zugewandt. Seine jüngsten Werke erkunden Bewegung, Verfall und den Kontrollverlust mithilfe ungewöhnlicher Techniken. Sie bilden einen deutlichen Kontrast zu seinen früheren kommerziellen Projekten, die von Präzision und handwerklicher Perfektion geprägt waren.
In den 1980er-Jahren machte Vogelsänger erstmals auf sich aufmerksam, als er aufwendige und risikoreiche Fotoshootings für globale Marken wie Camel, McDonald's und Adidas inszenierte. Jedes Bild musste physisch umsetzbar sein – ohne digitale Bearbeitung, ohne KI, nur mit akribischer Planung und Ausführung. Seine Arbeiten gewannen zahllose Preise und prägten Werbekampagnen für Unternehmen wie Ford, Mars und Club Med.
Nach seinem Rückzug aus der kommerziellen Fotografie widmete er sich der Kunstfotografie, dem Video und experimentellen Serien. Projekte wie Photo-Destruktivismus und Blue Up umfassen das Verflüssigen von Emulsionen, das Eintauchen von Bildern in Wasser und Aufnahmen mit Hochgeschwindigkeitskameras. Seine künstlerische Philosophie kreist nun um die Idee der Verlangsamung – ein bewusster Gegenentwurf zur unaufhörlichen Flut digitaler Bilder.
Vogelsänger lebt und arbeitet derzeit in Krefeld, in der historischen Brotfabrik Im Brahm. Seine neuesten Werke werden während des Kulturwochenendes am 14. und 15. März in der Im Brahm Brotfabrik ausgestellt, zusammen mit Arbeiten anderer Fotografen. Der Bundesagentur für Arbeit hat sein Lebenswerk zudem mit einer Nominierung gewürdigt.
Die Ausstellung zeigt Vogelsängers Wandel von der kontrollierten Werbefotografie zur experimentellen, prozessorientierten Kunst. Seine Techniken – Collagen, Emulsionsmanipulation und Hochgeschwindigkeitsaufnahmen – spiegeln eine neue kreative Richtung wider. Eine Vorschau seiner Werke findet sich auf Galleristic.






