21 February 2026, 15:26

Wohnen in Deutschland: Warum die Eigentumsquote so tief gespalten ist

Eine Deutschlandkarte mit farbcodierten Regionen, die den Prozentsatz der Menschen darstellen, die im Bundesland Frankfurt leben, begleitet von einem Text auf der linken Seite, der die Bevölkerungsdichte erläutert.

Wohnen in Deutschland: Warum die Eigentumsquote so tief gespalten ist

Am Tag der sozialen Gerechtigkeit zeigt sich: Deutschlands wachsende Spaltung beim Wohnen

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Wohneigentum bleibt für viele unerreichbar – die Eigentumsquote liegt deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Die Situation verdeutlicht tiefe soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten im Land.

Deutschland verzeichnet die niedrigste Wohneigentumsquote in der EU: Mit knapp über der Hälfte des EU-Schnitts von 68 Prozent liegt sie besonders in Nordrhein-Westfalen (NRW) bei nur 38,5 Prozent. In Städten ist der Anteil der Eigentümer noch geringer, während ländliche Regionen leicht höhere Werte aufweisen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Deutschland auf den Bau von Mietwohnungen, sodass Mieten zur kulturellen Norm wurde. Starke Mieterschutzrechte verstärken diesen Trend und bieten Mietern langfristige Sicherheit. Doch wer kaufen möchte, scheitert oft an hohen Anfangskosten und steigenden Hypothekenzinsen.

Noch vor 2022 war der Kauf einer Immobilie in NRW fast so erschwinglich wie das Mieten. Doch die explodierenden Zinsen haben den Eigentumserwerb seitdem weiter in die Ferne rücken lassen. Die Kluft zeigt sich auch zwischen den Generationen: Kinder von Eigentümern steigen deutlich häufiger selbst in den Immobilienmarkt ein – die soziale Spaltung wird so zementiert.

In anderen EU-Ländern sind die Eigentumsquoten deutlich höher, begünstigt durch Massenprivatisierungen, staatliche Förderprogramme und kulturelle Traditionen. Deutschlands mietlastiges System bietet zwar Stabilität für Mieter, schließt aber viele vom Immobilienmarkt aus.

Die geringe Wohneigentumsquote in Deutschland ist das Ergebnis langjähriger Politik und wirtschaftlicher Zwänge. Angesichts steigender Kosten und fehlender Unterstützung wird sich die Kluft zwischen Mietern und Eigentümern voraussichtlich weiter vertiefen. Die Frage des Wohnens bleibt eine zentrale Herausforderung für die soziale Gerechtigkeit im Land.