17 February 2026, 19:40

Giftige Chemikalie aus Sonnencreme bei fast allen Kindern in Deutschland nachgewiesen

Ein Plakat mit zwei Kindern, die in einer Badewanne spielen, wobei eines sitzt und das andere mit einem Gegenstand in der Hand steht, mit Pantoffeln auf dem Boden und dem Text "Ich habe Pears-Seife für Hände und Haut gefunden, die unübertroffen ist."

Umweltbehörde: Schädliche Substanz in Urin von fast allen Kindern gefunden - Giftige Chemikalie aus Sonnencreme bei fast allen Kindern in Deutschland nachgewiesen

Ein gefährliches Chemikalienprodukt, das mit Sonnencreme in Verbindung gebracht wird, wurde im Urin von fast allen getesteten Kindern und Jugendlichen in Deutschland nachgewiesen. Bei der Substanz handelt es sich um MnHexP, ein Abbauprodukt des UV-Filters DnHexP, der in der EU zwar verboten ist, aber noch in einigen Produkten enthalten sein kann. Neue Daten aus dem Jahr 2025 zeigen eine weit verbreitete Belastung unter jungen Menschen in Europa.

Das Problem wurde erstmals vor zwei Jahren bekannt, als das Umweltbundesamt (UBA) Spuren von MnHexP in Urinproben nachwies. Untersuchungen führten die Kontamination auf Diethylamino-Hydroxybenzoyl-Hexyl-Benzoat (DHHB) zurück, einen UV-Filter, der in Sonnencremes verwendet wird. Obwohl DnHexP in der EU nicht zugelassen ist, findet er sich noch in einigen Rezepturen.

Im Jahr 2025 untersuchte das UBA Urinproben von Kindern und Jugendlichen in Europa. Die Ergebnisse zeigten, dass bei 92 Prozent der Probanden MnHexP nachweisbar war – ein bekannter Fortpflanzungsgiftstoff. Zwar lagen die meisten Werte unter den Sicherheitsgrenzen, doch bei zwei Teilnehmenden wurde der UBA-Referenzwert von 60 Mikrogramm pro Liter überschritten: Sie wiesen Konzentrationen von 83 bzw. 107 Mikrogramm pro Liter auf.

Die Behörde warnte zudem, dass die Aufnahme solcher Giftstoffe bei jungen Menschen in Europa oft die tolerierbaren Höchstmengen übersteigt. Strengere EU-Grenzwerte für DnHexP in Sonnencremes treten erst im Januar 2027 in Kraft. Bis dahin gibt es keine öffentlich zugänglichen Daten zu MnHexP-Konzentrationen in Urinproben aus der Zeit zwischen der Entdeckung 2024 und dem Frühling bzw. Sommer 2025.

Die Erkenntnisse unterstreichen die anhaltende Belastung durch eine verbotene Chemikalie über die Nutzung von Sonnencreme in Europa. Da verschärfte Regelungen erst 2027 greifen, bleiben Überwachung und öffentliches Bewusstsein begrenzt. Das UBA beobachtet die Entwicklung weiterhin, doch für die jüngere Vergangenheit bestehen weiterhin Datenlücken.

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