19 February 2026, 11:24

Glaube unter der Nadel: Wie Essen mit Tattoos Kirchen und Moderne verbindet

Eine detaillierte Zeichnung eines Kirchenaltars mit einem Kreuz darauf, verziert mit kunstvollen Ornamenten, auf einem Blatt Papier.

Glaube unter der Nadel: Wie Essen mit Tattoos Kirchen und Moderne verbindet

Eine ungewöhnliche Aktion verbindet Glauben und Körperschmuck in Essen

In dieser Woche hat eine besondere Kampagne in Essen Glauben und Tattoo-Kunst zusammengebracht. Die katholische und die evangelische Kirche veranstalteten gemeinsam die erste ökumenische Tattoo-Aktionswoche und boten der Öffentlichkeit kostenlose christliche Tattoos an. Innerhalb weniger Tage waren alle 30 verfügbaren Termine vergriffen.

Die unter dem Motto "Gott nah" stehende Veranstaltung wurde von Dirk Bußler von der Essener Zukunftswerkstatt organisiert. Sein Ziel war es, traditionellen Glauben mit modernem Selbstausdruck zu verbinden. Die Tattoo-Künstlerin Yvonne Karbach arbeitete unermüdlich von 11 Uhr morgens bis 20 Uhr abends und stach jedes Motiv mit Geduld und Sorgfalt.

Die Teilnehmer konnten aus 30 vorgegebenen Motiven wählen, die mithilfe von Schablonen präzise auf die Haut gebracht wurden. Darunter war auch der 20-jährige Ole Fritz, der extra aus der Emsland-Region angereist war, um sich ein Kreuz auf den Unterarm stechen zu lassen. Werena Siemund-Stais entschied sich für einen Engel am Handgelenk – ein Symbol, das sie als tief persönlich beschrieb.

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Nach dem Stechen ließen sich Siemund-Stais und ihr Mann ihre neuen Tattoos von Pastor Jan Vicari segnen. Zwar waren die Designs nicht einzigartig, doch die Geschichten dahinter hatten für die Träger eine besondere Bedeutung.

Die Reaktionen in den sozialen Medien fielen gespalten aus. Manche Nutzer zeigten sich überrascht und betonten, dass eine solche Aktion noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar gewesen wäre. Andere lobten die Kirchen dafür, moderne Kultur auf sinnvolle Weise in ihren Alltag zu integrieren.

Der Erfolg der Kampagne zeigt ein wachsendes Interesse daran, Glauben mit persönlichem Ausdruck zu verbinden. Dass alle 30 Termine schnell vergeben waren, unterstreicht die Anziehungskraft des Events. Für Teilnehmer wie Fritz und Siemund-Stais sind die Tattoos nun bleibende Erinnerungen an ihren Glauben.