Samurai-Schule aus Tokio findet neue Heimat im bayerischen Lengenwang
Evelin KostolzinSamurai-Schule aus Tokio findet neue Heimat im bayerischen Lengenwang
Eine traditionelle Samurai-Schule hat nun im ländlichen Bayern eine neue Heimat gefunden. Ihr Meister, Ōtsuka Ryūnosuke, verlegte den Hauptsitz des Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō 2016 von Tokio nach München und 2025 weiter nach Lengenwang. Der Umzug markiert das jüngste Kapitel eines Lebens, das der Bewahrung jahrhundertealter Kriegertraditionen fernab Japans gewidmet ist.
Geboren als Markus Lösch in München, träumte Ōtsuka ursprünglich davon, Schriftsteller zu werden. Mit 18 verließ er Deutschland, um sich in Japan dem authentischen Samurai-Training zu widmen. Seine Reise begann, nachdem eine Verletzung ihn zwang, das englische Langbogen-Schießen aufzugeben – stattdessen fand er seinen Weg zu Kendo und Iaidō.
2016 adoptierte ihn sein Mentor, übertrug ihm den Namen Ōtsuka und die Führung der Schule. Noch im selben Jahr verlegte er den Hauptsitz nach München, wo sich auch seine Frau Eriko – die ebenfalls den Namen Ōtsuka annahm – in die Lehre einbrachte. Neun Jahre später entschieden sie sich für Lengenwang, ein Dorf in der Nähe seiner Eltern, als neuen Standort.
Die Schule ist heute in acht Ländern aktiv, darunter Japan, Italien und Großbritannien. Auf dem Anwesen in Lengenwang sind ein Freiluft-Dōjō, ein japanischer Schrein und traditionelle Bäder geplant. Die genaue Zahl der Schüler bleibt geheim, doch das Projekt soll ein kulturelles Zentrum für Samurai-Praktiken in Europa schaffen.
Der Umzug nach Lengenwang verbindet Ōtsukas persönliche Wurzeln mit seiner beruflichen Mission. Auf seinem Anwesen entstehen bald Trainingsstätten und Kulturräume, die die Samurai-Traditionen lebendig halten sollen. Die Expansion der Schule in Europa spiegelt ihren wachsenden Einfluss über die Grenzen Japans hinaus wider.






