Zugbegleiterin fordert mehr Schutz nach jahrelangen Angriffen bei der Deutschen Bahn

Evelin Kostolzin
Evelin Kostolzin
2 Min.
Eine Schwarz-Weiß-Szene einer Zugkollision mit einer Gruppe von Menschen in Helmen, die um das Wrack herumstehen, mit Strommasten, Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund.Evelin Kostolzin

Zugbegleiterin fordert mehr Schutz nach jahrelangen Angriffen bei der Deutschen Bahn

Zugbegleiterin Mandy Brune arbeitet seit fast drei Jahrzehnten bei der Deutschen Bahn. Trotz ihrer Leidenschaft für den Beruf fordert sie nun bessere Sicherheitsmaßnahmen – nach Jahren verbaler Angriffe und Bedrohungen. Ihr Appell ist Teil einer breiteren Kampagne, die auf die Risiken aufmerksam machen soll, denen Beschäftigte im Verkehrssektor täglich ausgesetzt sind.

Brune stieg 1997 bei der Deutschen Bahn ein und hat seitdem eine stetige Zunahme an Aggressionen erlebt. Sie schildert Vorfälle, bei denen Fahrgäste sie beschimpfen oder mit Gewalt drohen – während andere einfach zusehen. Am meisten belastet sie, dass Passanten in solchen Situationen kaum eingreifen.

Die Lage hat sich so zugespitzt, dass die offiziellen Zahlen für 2025 3.262 körperliche Angriffe auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn bundesweit verzeichneten. Das entspricht durchschnittlich acht Übergriffen pro Tag. Brune gibt offen zu, dass der Job, den sie liebt, ihr mittlerweile auch Angst macht.

Doch sie spürt langsam eine Veränderung: Mittlerweile greifen einige Fahrgäste ein, wenn sie bedroht wird. Um weiteren Fortschritt zu erzielen, beteiligt sich Brune an der Kampagne "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!". Die Initiative soll Reisende über die Herausforderungen aufklären, vor denen Zugbegleiter und andere im Kundenkontakt stehende Beschäftigte stehen.

Neithard von Böhlen, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Nordrhein-Westfalen, unterstützt Brunes Forderungen. Er verlangt Doppelte Besetzungen in Zügen, Körperkameras für Mitarbeiter und eine spezielle Staatsanwaltschaft für Gewaltdelikte gegen Beschäftigte. Die Gewerkschaft argumentiert, dass diese Maßnahmen dringend notwendigen Schutz für die Beschäftigten an vorderster Front bieten würden.

Die Kampagne gewinnt weiter an Unterstützung. Brune und ihre Kollegen rufen die Fahrgäste dazu auf, die menschlichen Folgen von Respektlosigkeit und Gewalt wahrzunehmen. Die Mitarbeiter der Deutschen Bahn hoffen auf strengere Schutzmaßnahmen – denn Übergriffe gehören für viele nach wie vor zum Arbeitsalltag. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen wird sich für Zugbegleiter wie Brune kaum etwas verbessern.

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