Watzke verlässt Borussia Dortmund – das Ende einer Ära mit Höhen und Turbulenzen
Paulina MangoldWatzke ist nicht mehr BVB-Geschäftsführer - Versöhnung mit Lunow - Watzke verlässt Borussia Dortmund – das Ende einer Ära mit Höhen und Turbulenzen
Borussia Dortmunds langjähriger Vorstandschef Hans-Joachim Watzke tritt nach über 20 Jahren an der Spitze zurück. Sein Abschied markiert das Ende einer Ära für den Verein, in dem er eine zentrale Rolle bei der finanziellen Sanierung und der sportlichen Wiederbelebung spielte. Der Wechsel vollzog sich während einer turbulent verlaufenen Mitgliederversammlung, die durch technische Probleme verzögert und von öffentlichen Streitigkeiten überschattet wurde.
Watzke war 2005 in den Vorstand des BVB eingetreten, zu einer Zeit, als der Klub in einer tiefen finanziellen Krise steckte. Unter seiner Führung stabilisierte Borussia Dortmund die Finanzen und baute die sportliche Wettbewerbsfähigkeit wieder auf. Der Verein erreichte 2013 und 2024 das Finale der Champions League, doch große internationale Titel blieben – wie in den Jahrzehnten zuvor – rar.
Die jüngste Versammlung fand erstmals in einem hybriden Format statt, das allen 238.000 Mitgliedern eine digitale Teilnahme ermöglichte. Aufgrund technischer Pannen begann die Veranstaltung jedoch mit einer Stunde Verspätung. Watzke war als einziger Kandidat für das Amt des Präsidenten des BVB-Trägervereins vorgeschlagen worden, doch die Abstimmung wurde vertagt.
In seiner Abschiedsrede dankte Watzke Reinhold Lunow, dem ehemaligen Schatzmeister des Vereins, für dessen Unterstützung in schwierigen Phasen. Lunow äußerte im Gegenzug Bedauern über vergangene Konflikte und machte externe Druckfaktoren für einige der Herausforderungen verantwortlich. Ihr Austausch stieß auf Kritik von Tobias Westerfellhaus, einem Vorstandsmitglied der Fanabteilung, der die öffentliche Auseinandersetzung als kontraproduktiv verurteilte.
Watzke verlässt den BVB, nachdem er die moderne Identität des Vereins – sowohl wirtschaftlich als auch sportlich – maßgeblich geprägt hat. Die verschobene Wahl und die internen Spannungen werfen nun Fragen nach der künftigen Führung des Klubs auf. Sein Rücktritt beendet ein Kapitel, in dem der Verein Stabilität zurückgewann, das aber auch die anhaltenden Debatten über die Ausrichtung des BVB offenlegte.






