12 March 2026, 04:54

Paderborner Erzbistum deckte jahrzehntelang Missbrauchstäter – Studie enthüllt Versagen

Ein Buch mit Bildern von Räumen, Fluren und Artefakten aus der katholischen Kirche, begleitet von Texten zu ihrer Geschichte und Bedeutung.

Studie klärt sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Paderborn - Paderborner Erzbistum deckte jahrzehntelang Missbrauchstäter – Studie enthüllt Versagen

Eine unabhängige Studie hat systematische Versäumnisse im Erzbistum Paderborn aufgedeckt: Demnach deckten hochrangige Kardinäle Missbrauchstäter, während sie die Opfer im Stich ließen. Die Untersuchung umfasst einen Zeitraum von über acht Jahrzehnten – von 1941 bis 2022 – und analysiert die Amtszeiten der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt. Ursprünglich sollte der Bericht bereits früher veröffentlicht werden, doch die Auswertung verzögerte sich bis 2026 – bedingt durch die Pandemie und ein unerwartet großes Quellenmaterial.

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Das Erzbistum Paderborn, eine der zentralen Institutionen der katholischen Kirche in Deutschland, zählt 1,3 Millionen Gläubige in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen. Sein Gebiet erstreckt sich von Minden im Norden bis Siegen im Süden sowie von Herne im Westen bis Höxter im Osten. Als eines von sieben deutschen Erzbistümern übt es erheblichen Einfluss auf die Kirchenführung aus.

Die Studie zeigt ein Muster der Täterschutzes und der Missachtung des Leidens der Opfer während der Amtszeiten Jaegers und Degenhardts auf. Eine zweite Forschungsphase wird nun den Zeitraum von 2002 bis 2022 untersuchen, mit besonderem Fokus auf Hans-Josef Becker, den emeritierten Erzbischof.

Im März 2026 veröffentlichte das Erzbistum ein Papier mit dem Titel "Teilhabe & Prävention", das die Notwendigkeit von Transparenz und der Einbindung von Opfern in Heilungsprozesse betont. Konkrete Maßnahmen als Reaktion auf die Studienergebnisse oder eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Befunden bleiben darin jedoch aus.

Die Veröffentlichung des Berichts markiert einen kritischen Moment für das Erzbistum, da sie langjährige Defizite bei der Rechenschaftspflicht offenlegt. Mit der laufenden zweiten Phase könnten weitere Details zu Beckers Führung ans Licht kommen. Wie die Kirche mit dem Erbe des Missbrauchs umgeht und das Vertrauen der Gläubigen zurückgewinnt, wird sich an ihren nächsten Schritten zeigen.

Quelle